Kreisgruppe Saale-Holzland-Kreis
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Neophyten

Die Artenvielfalt ist durch zahlreiche Umstände in Gefahr. Einer davon ist das Auftreten invasiver eingewanderter Pflanzen. Auf den kalkarmen Böden rund um Stadtroda spielt das orientalische Zackenschötchen, das vielerorts sogar in wertvolle Schutzgebiete eindringt, zum Glück keine große Rolle. Aber in unseren Bachauen und an den Uferböschungen machen sich der Japanische Knöterich und stellenweise auch der Sachalin Knöterich breit.

Japanischer Knöterich

Am Beginn einer solchen Invasion steht oft die unsachgemäße Entsorgung von Gartenabfällen, meist von Leuten, denen die Exoten im eigenen Grundstück über den Kopf gewachsen waren. An feuchten und hellen Standorten bildet er dichte Bestände bis 3 m Höhe und bedrängt konkurrenzschwache Arten. Oft werden sogar Brennnesseln und Brombeeren verdrängt. Im Auwald des Weihertales bei Stadtroda ist der Knöterich stellenweise zum massiven Hindernis für den auf der Tagesordnung stehenden Waldumbau geworden. Viele Fichten sind abgängig, Naturverjüngung durch Bergahorn, Buche, Esche, Erle kann sich in Konkurrenz zum Knöterich stellenweise nicht mehr durchsetzen.

Das war für uns Anlass, nicht mehr zuzusehen bzw. wegzusehen. Auf einer Bachlänge von etwa 2 km haben wir an insgesamt 13 Stellen mit einer Gesamtfläche von etwa 1050 m2 die Knöterich-Sprosse manuell und selektiv bekämpft. Dieses Verfahren schont den Boden und begünstigt die Erholung der angestammten Arten. Der Nachtteil: jedes Areal muss anfangs im Abstand von 3-4 Wochen 4-5-mal im Jahr bearbeitet werden. In den Folgejahren genügen in der Regel drei später 2 Einsätze.

Im ersten Jahr 2020 haben wir im Weihertal dafür 65 Stunden aufgewendet. Der verminderte Zeitaufwand für Einsätze im Weihertal und am Goldborn gegenüber dem Anfangsjahr hat sich auch in 2024 bestätigt: 18 Std. 2021 / 19,5 Std. 2022 / 9,5 Std. 2023 / 7,5 Std. 2024 / 5,5 Std. in 2025.

Stellenweise haben sich Brunnenkresse, Milzkraut und Buschwindröschen wieder erholt, auch die Laubbäume wachsen kräftig und werden den Knöterichen bald das Licht reduzieren. Erfolge, die uns ermutigen, dran zu bleiben.


Orientalisches Zackenschötchen

Fraitsch bei Rabis
In zwei Einsätzen in 2024 haben wir auf dieser Fläche jetzt im 3. Jahr die neue Samenbildung verhindert. Trotzdem gibt es Neuastriebe, die man stechen muss.
Am 2. Mai waren mdr-Reporter bei einem Einsatz dabei. Leider ist das Förderprojekt mit zwei Bearbeitern für den SHK ausgelaufen.

Jägertal
Im Jahr 2024 haben wir vier Einsätze im Jägertal durchgeführt – in Summe sind das 21,5 h plus 12 h am Fraitsch.
Zum Thema Pflanzenschutzmittel auf zwei Teilflächen gab es wenig Fortschritt. Man braucht hier die Mitwirkung der Unteren Naturschutzbehörde, des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR), Zweigstelle Rudolstadt und dem zuständigen Agrarbetrieb.

Kontakt

Barbara Grützmann

Vorsitzende
Tachover Ring 8 07646 Stadtroda E-Mail schreiben Mobil: 0152 28703986

Orientalisches Zackenschötchen